EmbryoScope: dynamische anstatt statische Analyse der Embryonalentwicklung

Das Embryo Monitoring System der Firma Unisense FertiliTech A/S besteht aus drei Hauptkomponenten: dem EmbryoScopeTM (einem Brutschrank mit integriertem Mikroskop für automatische Zeitrafferaufnahmen), dem EmbryoViewerTM (einem Softwaresystem zur umfassenden Embryobeurteilung) und dem EmbryoSlide® (einem speziellen Trägersystem zur Einzelkultur der Embryonen). Die kontinuierliche, vierdimensionale Dokumentation der frühen Embryonalentwicklung erschließt eine Vielfalt bisher unzugänglicher Informationen und ermöglicht die Embryobeurteilung mit nie gekannter Treffsicherheit.

Üblicherweise werden die befruchteten Eizellen (Vorkernstadien) bzw. Embryonen zu wenigen, definierten Zeitpunkten aus dem Brutschrank geholt, um anhand von „Momentaufnahmen“ unter dem Mikroskop eine Beurteilung vorzunehmen. Die Aussagekraft dieses Verfahrens ist begrenzt.

Die lückenlose Videodokumentation der Embryonalentwicklung macht dagegen eine Vielzahl zusätzlicher Informationen zugänglich, die eine treffsichere Auswahl entwicklungsfähiger Embryonen ermöglicht. Vielfach handelt es sich dabei um Kennzeichen der genetischen bzw. metabolischen Beschaffenheit eines Embryos.

Einige Beispiele:

  • Zeitpunkt des Erscheinens und Verschmelzens der Vorkerne
  • Zeitpunkt der ersten Zellteilung
  • Zeitspanne vom Zwei- zum Dreizeller bzw. vom Drei- zum Vierzeller zur Beurteilung des Entwicklungsverlaufs und der Gleichmäßigkeit der Zellteilungen
  • Vorhandensein von mehreren Kernen im Zweizellstadium als Kennzeichen für genetische Abweichungen
  • Abschnürung und Abbau von „Zellbruchstücken“ (Fragmenten)

Von der Mikroinjektion (ICSI) bzw. der Befruchtungskontrolle bei konventioneller IVF bis zum Embryotransfer nimmt die hochwertige Optik in Intervallen von 20 min Bilder jedes einzelnen Embryos auf. Für spätere 3D-Analysen können zu jedem Zeitpunkt bis zu neun Schärfeebenen dokumentiert werden. Die Bildqualität lässt selbst kleinste Zellkernstrukturen klar erkennen. Dabei liegt die Lichtexposition für jeden Embryo um Größenordnungen niedriger als bei der konventionellen Mikroskopie. Die Gesamtbelichtungszeit über 5 Tage ist nur etwa 100 Sekunden. Als Lichtquelle dient eine LED, die langwelliges, schonendes Licht von 635 nm Wellenlänge ausstrahlt - der Embryo wird dem unnatürlichen Umgebungslicht deutlich weniger ausgesetzt.

Die Aufnahmen der Embryonalentwicklung werden zusammen mit den Patientendaten und der Dokumentation der Kulturbedingungen im dazugehörigen Analysesystem, dem EmbryoViewerTM, gespeichert. Hier werden die Einzelbilder zu Zeitraffer-Videos kombiniert und eine Vielzahl von Auswertungsmöglichkeiten angeboten. Die Teilungszeitpunkte und andere wichtige Analyseergebnisse wie z.B. die Anzahl der Vorkerne können in eine Diagnosetabelle eingetragen werden. Die Software erlaubt Direktvergleiche zwischen Embryonen: Ein Zeitfilter stellt alle Embryonen zu festlegbaren Zeitpunkten dar und die Embryonen der engeren Wahl können parallel angesehen werden. Das System bietet durch die Aufnahme von Schichtbildern die Möglichkeit, zu jedem beliebigen Zeitpunkt– ähnlich wie am Mikroskop – die aufgenommenen Schärfeebenen vergleichend anzuschauen. Auf Knopfdruck können Berichte mit den wichtigsten Bildern und Daten erstellt werden.

Bei all diesen Analysen bleiben die Embryonen nunmehr völlig ungestört, sie müssen nicht aus dem Inkubator genommen werden. Die Verbindung von besonders schonender Embryokultur und umfassender Embryobeurteilung trägt zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse bei.

SpindleView

IMSI (Intracytoplasmatische morphologisch selektierte Spermieninjektion zur Auswahl von unauffälligen befruchtungsfähigen Spermien)

Kryokonservierung

Blastozystentransfer

Assisted hatching

EmbryoGlue

Naturheilverfahren







EmbryoScope
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